Qualifikation & Weiterbildung

Medien und Informatik

Einführung

Neu mit eigenen Lektionen
Das Modul Medien und Informatik im Zürcher Lehrplan 21 beinhaltet die drei Bereiche Medien, Informatik und Anwendungskompetenzen. Die Kompetenzen in Medien und Informatik erwerben die Schülerinnen und Schüler neu in speziell dafür bestimmten Lektionen. Ab Schuljahr 2018/19 wird in der 5. Klasse eine Lektion Medien und Informatik unterrichtet, ab Schuljahr 2019/20 auch in der 6. Primarklasse und in der 1. und 3. Klasse der Sekundarschule. Die Anwendungskompetenzen werden in den Fachbereichen integriert unterrichtet.

Checklisten
Die Schulbehörden planen die Entwicklung der ICT-Infrastruktur und berücksichtigen die Kosten für Lehrmittel und Materialien bei der Budgetierung. Die Schulleitung plant die Qualifikation und den Einsatz der Lehrpersonen, die Beschaffung von geeigneten Lehrmitteln und Materialien und die Kommunikation. Folgende Checklisten unterstützen bei Bedarf die Planung.

Qualifikation der Lehrpersonen

Grundlagenkurs Medien und Informatik (GMI) und Unterrichtsberechtigung
Der Bildungsrat hat am 24. Oktober 2016 ein Konzept zur Qualifikation der Lehrpersonen der Mittelstufe und der Sekundarschule in Medien und Informatik verabschiedet (BRB 22/2016)

Lehrpersonen der Mittelstufe und der Sekundarschule besuchen kostenlos den onlineunterstützten Grundlagenkurs Medien und Informatik (GMI) an der PH Zürich, der auf die informatischen Kompetenzen des Lehrplans fokussiert. Grundkenntnisse in Informatik sind allerdings keine Voraussetzung für die Teilnahme. Im GMI gehen die Kursleitenden, die Kursunterlagen und die Onlineangebote auf die heterogenen Voraussetzungen der Teilnehmenden ein. 

Die Lehrpersonen besuchen den stufenspezifischen Grundlagenkurs im Umfang von 3 ECTS-Punkten, was einem Weiterbildungsaufwand von rund 90 Stunden entspricht. Wenn sie diesen vollständig und erfolgreich abgeschlossen haben, erhalten sie die kantonale Berechtigung, die Lektionen in Medien und Informatik auf ihrer Stufe zu erteilen.

Voraussetzungen für Lehrpersonen an der Regelschule
Als Voraussetzung für den GMI verfügen Lehrpersonen über ein EDK-anerkanntes Lehrdiplom (d.h. in der Regel ein Lehrdiplom einer Pädagogischen Hochschule oder einer Vorgängerinstitution) oder ein kantonales Quest-Lehrdiplom für jene Schulstufe der Volksschule, in dem sie den GMI absolvieren wollen. Zudem unterrichten sie aktuell auf der Mittelstufe oder an der Sekundarschule im Kanton Zürich und erteilen Lektionen aus der Lektionentafel.

Voraussetzungen für schulische Heilpädagoginnen und Heilpädagogen an Sonderschulen und Regelschulen
Lehrpersonen an Sonderschulen erwerben die Unterrichtsberechtigung in Medien und Informatik auf der Schulstufe, auf der sie aktuell unterrichten. Falls sie eventuell später in die Regelschule wechseln, können sie Medien und Informatik im Rahmen des Regelklassenunterrichts nur unterrichten, wenn sie über ein EDK-anerkanntes Lehrdiplom der Unterrichtsstufe sowie den GMI Kurs auf derselben Schulstufe verfügen. Bei Bedarf können sie die Unterrichtsberechtigung «sur Dossier» beantragen.

Schulische Heilpädagoginnen und Heilpädagogen, welche an der Regelschule arbeiten, können die Unterrichtsberechtigung Medien und Informatik für den Regeklassenunterricht nur dann erwerben, wenn sie über ein EDK-anerkanntes Lehrdiplom derselben Schulstufe verfügen, auf der sie unterrichten.

Rahmenbedingungen
Die Schulleitungen prüfen und planen, welche Lehrpersonen den GMI im jeweiligen Schuljahr besuchen können. Die Lehrpersonen melden sich dann bei der PH Zürich an. Die GMI werden bis ins Schuljahr 2022/23 weitergeführt. 

Lehrerinnen und Lehrer mit Unterrichtsberechtigung in MI unterrichten bei Bedarf in mehreren Klassen. Mittelfristig sollen die Lektionen in MI von der Klassenlehrperson erteilt werden. Allenfalls kommt § 7 Abs. 3 des Lehrpersonalgesetzes zur Anwendung und eine Lehrperson erteilt bereits Lektionen in Medien und Informatik in dem Schuljahr, in dem sie den Grundlagenkurs Medien und Informatik besucht und die Unterrichtsberechtigung erwirbt. 

Da der Kanton die Kurskosten des GMI vollumfänglich übernimmt, werden 50 % der Arbeitszeit im Tätigkeitsbereich Weiterbildung angerechnet. Bei einem Beschäftigungsgrad von 100 % können demnach 45 Stunden im Tätigkeitsbereich Weiterbildung aufgeschrieben werden. Hinweise dazu finden Sie hier auf Seite 5. 

Grundsätzlich ist der GMI in der unterrichtsfreien Zeit zu besuchen. Kurse, die am Montag oder Freitag stattfinden, sind für Lehrpersonen gedacht, die an diesen Wochentagen nicht unterrichten. Wird ausnahmsweise einer Lehrperson der Kursbesuch während ihrer Unterrichtszeit gewährt, entscheidet die Gemeinde über den bezahlten oder unbezahlten Urlaub. In jedem Fall hat die Schule ein kommunales Kurzvikariat einzurichten und auf eigene Kosten zu entlöhnen. 

Lehrpersonen, die über wenig Wissen und Können in Medien und Informatik verfügen, wird zusätzlich zum Grundlagenkurs empfohlen, ergänzende Angebote der PH Zürich zu besuchen. Diese freiwilligen Angebote werden – im Gegensatz zum Grundlagenkurs – von den Gemeinden finanziert.

Fragebogen zur Selbstevaluation & Lehrmittel
Der Kanton stellt einen Fragebogen zur Verfügung, mit dem die Lehrpersonen ihre Stärken und Schwächen in Medien und Informatik selbstständig einschätzen können. Ab Sommer 2018 wird der Lehrmittelverlag Zürich das neue Lehrmittel «connected» herausgeben:

  • Band 1 für die 5. Klasse der Primarschule auf das SJ 2018/19
  • Band 2 für die 6. Klasse der Primarschule auf das SJ 2019/20
  • Band 3 für die 1. Klasse der Sekundarschule auf das SJ 2020/21
  • Band 4 für die 3. Klasse der Sekundarschule auf das SJ 2021/22

Ende 2018 wird eine Informationsbroschüre Medien und Informatik mit Empfehlungen und Links zu geeigneten Materialien für den Unterricht in Medien und Informatik an der Sekundarschule vorliegen.

Unterrichtsberechtigung «sur Dossier»

Im Einzelfall können Lehrpersonen im Kanton Zürich die Unterrichtsberechtigung in Medien und Informatik «sur Dossier» erhalten. Sie reichen dazu beim Volksschulamt ein Portfolio ein, welches auf Ihre Fachkenntnisse in Medien und Informatik gemäss dem Zürcher Lehrplan 21 schliessen lässt und Umsetzungen im Unterricht dokumentiert. Für die Zusammenstellung des Portfolios müssen die Lehrpersonen mit einem zeitlichen Umfang von ca. 5 Stunden rechnen.

Portfolio 

  1. Beruflicher Werdegang

  2. Testate und Bestätigungen zu Aus- und Weiterbildungen (zu den im Beruflichen Werdegang aufgeführten Aus- und Weiterbildungen).

  3. Bestätigung der Schulleitung
    Die Schulleitung bestätigt, dass die Lehrperson an ihrer Primar- oder Sekundarschule unterrichtet und über ein EDK-anerkanntes Lehrdiplom (d.h. in der Regel ein Lehrdiplom für die entsprechende Stufe der Volksschule einer Pädagogischen Hochschule oder einer Vorgängerinstitution) oder ein kantonales Quest-Lehrdiplom verfügt.

  4. Ergebnisse des Selbstevaluationstools Medien und Informatik
    Auswertung der Selbstevaluation Medien und Informatik, die am Schluss der Bearbeitung des Fragebogens generiert wird.

  5. Fachkenntnisse und Unterrichtsbeispiele  

Eingabe Portfolio
Wenn Sie ein Portfolio einreichen wollen, schreiben Sie eine E-Mail an lehrplan21@vsa.zh.ch. Im Anschluss erhalten Sie einen Zugangscode zu einer Datenplattform, über die das Verfahren abgewickelt wird. Dort finden Sie auch zusätzliche Informationen und bearbeitbare Vorlagen zu den oben beschriebenen Punkten.

Ihre Eingabe mit vollständigem Portfolio erwarten wir bis zum 28. Februar 2019 (8. Runde) oder bis zum 31. August 2019 (9. Runde). Nach der Eingabe werden wir Ihnen innerhalb von drei Monaten den Entscheid zustellen, ob Sie die Unterrichtsberechtigung «sur Dossier» erhalten.