Neu definierter Berufsauftrag

Anstellung

Alternierendes Wochenpensum

Können zwei Lehrpersonen, die mit derselben Primarklasse arbeiten, jeweils den Mittwochmorgen alternierend unterrichten?

Nein (Ausnahme Kindergartenstufe)

Auch unter dem neu definierten Berufsauftrag ist ein alternierendes Wochenpensum nicht möglich. Der Begriff „Zahl der wöchentlichen Pflichtlektionen“ (§ 19 aLPG) wird zwar verschwinden. Weiterhin ist aber der Begriff „Wochenlektion“ zu finden (§ 7 nLPVO). Inhaltlich sagt dieser Begriff dasselbe aus.

Zudem ist in § 7a Abs. 2 LPVO (bisher § 7a Abs. 4 LPVO) der alternierende Unterricht für die Kindergartenstufe festgehalten. Wäre der alternierende Unterricht generell möglich, wäre diese Ausnahmebestimmung nicht mehr nötig. Daraus folgt im Umkehrschluss, dass auf den übrigen Schulstufen der alternierende Unterricht ausgeschlossen ist.

Ein gleicher Umkehrschluss kann auch aus § 26 Abs. 1 und 2 LPVO gezogen werden. Einzig für die Kindergartenstufe ist in § 7a Abs. 2 LPVO (bisher § 7a Abs. 4 LPVO) der alternierende Unterricht festgehalten.

Gymi-Vorbereitungskurse

Kommunale Lehrpersonen (DaZ, Therapie, etc.)

Unterliegen kommunale Angestellte auch dem neu definierten Berufsauftrag?

Kommunal angestellte Lehrpersonen sind dem kommunalen Personalrecht unterstellt. Viele Gemeinden lehnen sich aber in ihrem kommunalen Personalrecht an das kantonale Lehrpersonalrecht an. In diesen Gemeinden gilt für die kommunal angestellten Lehrpersonen ebenfalls das neue Jahresarbeitszeitmodell. Hat die Gemeinde eine eigenständige Regelung in ihrem Personalrecht formuliert, geht diese vor. Unterrichtet eine Lehrperson sowohl im Bereich Regelklasse als auch im DaZ-Aufnahmeunterricht und gilt für den kommunalen Bereich auch das neue Jahreszeitmodell, können bezüglich Arbeitszeiterfassung die beiden Anstellungen zusammengefasst werden.

Lehrperson mit Entlastung

Muss eine Lehrperson, welche im Rahmen ihres Lehrerpensums für Schulleitungsaufgaben entlastet ist, zwingend mindestens 60 % des Pensums für den Bereich Unterricht einsetzen?

Ja. Die 60%-Regelung gilt ab 1.8.2017 für alle Lehrpersonen. Entsprechend ist es nicht mehr möglich, eine Person als Lehrperson anzustellen, ohne dass diese Unterricht erteilt.

Nichtberufsunfallversicherung

Ab welchem Beschäftigungsgrad sind Lehrpersonen automatisch gegen Nichtberufsunfälle versichert?

Unter dem neudefinierten Berufsauftrag werden Lehrpersonen ab einem Beschäftigungsgrad von grösser gleich 19.00 % gegen Nichtberufsunfälle vom Arbeitgeber versichert. Bei kleinerem BG muss die Lehrperson selber für die Versicherung sorgen.

Pensum über 100% für unterrichtende Schulleitung

Kann eine Schulleitung, die gleichzeitig unterrichtet, kantonal über 100 % angestellt werden?

Nein: Der Beschäftigungsgrad darf nicht mehr als 100 % sein. Dies gilt auch bei der Summe der Beschäftigungsgrade aus zwei oder mehreren kantonalen Anstellungen.

Bei einer Schulleitung, die auch unterrichtet, können die Arbeitsstunden im Tätigkeitsbereich Schule gesenkt werden, indem sie von allfälligen
Zusatzarbeiten entlastet wird. Zudem kann beispielsweise die Präsenz an Schulkonferenzen nicht für beide Anstellungen angerechnet werden (einmal als Lehrperson im Tätigkeitsbereich Schule und das andere Mal bei der Arbeitszeiterfassung als SL).

R&K als 29. Lektion der Lehrperson

Können Mittelstufenlehrpersonen, welche für R&K qualifiziert sind, das Fach als 29. Lektion erteilen?

Der neu definierte Berufsauftrag setzt bezüglich Arbeitszeitmodell auch ein neues Denken voraus. Zunächst gilt der Grundsatz, dass keine Lehrperson mehr als 100 % unterrichtet. Soll eine Lehrperson zusätzliche Lektionen übernehmen und damit im Tätigkeitsbereich Unterricht mehr Arbeitsstunden leisten, muss in einem anderen Tätigkeitsbereich der Umfang so reduziert werden, dass die vorgesehene Arbeitszeit mit der zu leistende Netto-Arbeitszeit übereinstimmt. Bei Lehrperson unter 50 sollte dies kein Problem sein, da der theoretisch errechnete Flex-Teil 68 Arbeitsstunden ausmacht. Damit kann eine weitere Lektion (58 Arbeitsstunden) zugewiesen werden. Eine grössere Herausforderung ergibt sich bei den über 50jährigen Lehrpersonen. Dabei ist allerdings auch darauf hinzuweisen, dass sich die Lehrerverbände sehr dezidiert dafür ausgesprochen haben, dass die Erweiterung des persönlichen Ferienanspruchs in Form einer Reduktion des Unterrichtspensums erfolgen soll. Letztlich wird es Aufgabe der Schulleitung sein, mit der betroffenen Lehrperson eine sinnvolle Lösung zu finden, ohne dass der Lehrperson ein Beschäftigungsgrad von mehr als 100 % zugeordnet wird.

Therapeutinnen und Therapeuten

Gilt der neue Berufsauftrag auch für die Therapeutinnen?

Therapeutinnen sind kommunal angestellte Personen. Entsprechend gilt das kommunale Personalrecht. Wird bezüglich Arbeitszeitmodell auf das Lehrpersonalrecht verwiesen, gilt auch für diese Berufsgruppe der neu definierte Berufsauftrag. Sind im kommunalen Personalrecht Bestimmungen zur Arbeitszeit zu finden, gelten diese. So ist beispielsweise davon auszugehen, dass weiterhin das bisherige Arbeitszeitmodell gilt, wenn im kommunalen Personalrecht festgehalten wird, dass das Vollpensum der Therapeutinnen 28 Wochenlektionen beträgt.

Vikariat zusätzlich zu Festpensum

Darf eine Lehrperson, die zusätzlich zu ihrem Teilpensum ein Vikariat übernimmt, zusammen kurzfristig 100 % Beschäftigungsgrad überschreiten?

Ja. Eine Obergrenze existiert in diesen Fällen nicht, da in erster Linie für die Schule eine sinnvolle Lösung gefunden werden soll. Eine solche Lösung ist aber als Ausnahme zu verstehen und soll nur für eine kürzere Zeit eingerichtet werden. Die Lehrperson darf nicht längere Zeit überlastet sein. Es darf keine offensichtliche Umgehung der Regelung zum Maximalpensum 100 % bestehen.